| Herkunft und Bedeutung |
Die
Domestikation von Hühnern lässt sich heute auf 5000 bis
maximal 7000 Jahre
zurückverfolgen. Die ältesten Rassen sind unter den
Kampfhühnern zu finden.
Auch die Seidenhühner lassen vermuten, dass sie auf Grund ihrer
frühen,
geschichtlichen Erwähnung ebenfalls zu den ältesten
Haushuhnrassen gehören.
Gelegentlich wird behauptet, dass die Vorfahren der Seidenhühner
aus einer
Wildhuhnart der Mongolei und dem Himalaja hervorgehen, deren
Domestikation ein
sensationelles Alter von 4000 Jahren haben soll. Einige
interessante Eckpfeiler sollen aber nicht ohne Erwähnung bleiben:
So erwähnte
der griechische Philosoph Aristoteles (384-322 v. Chr.) schwarze und
weisse
Hühner mit "Katzenhaar" aus dem Reich von Mangi, dem heutigen
China. Auch Marco
Polo (1254-1324) berichtet 1292 nach seiner Asienreise von schwarzen,
katzenhaarigen Hühnern. Jedoch bezweifelt die
Geschichtswissenschaft den
tatsächlichen Aufenthalt Polos im entfernten Asien unter
mongolischer
Herrschaft. Nicht vergessen sollte man die Rückreise des Marco
Polo. Der
eingeschlagene Seeweg führte die Reise über Sumatra, Sri
Lanka (Ceylon), Indien
und Persien. Es handelt sich zweifelsohne um Stationen, die heute als
uralte
und nachweisliche Orte ältester Domestikationsgeschichte der
Haushühner gelten.
Betrachtet man das Auftreten des Seidengefieders als Mutation, so kann
dieser
genetische Prozess zu jeder Zeit an einer beliebigen Stelle dieser Welt
aufgetreten sein. Dunkelpigmentierte Hühner mit Seidengefieder
sind aus den
oben genannten Ländern Ceylon, Sumatra, Persien und Indien mit
Sicherheit
bekannt und müssen selbstverständlich in Betracht gezogen
werden. Es ist nicht
unbedingt auszuschließen, dass Marco Polo auf seiner
Rückreise seidenfiedrige
Hühner entdeckte. Der
Schweizer Naturforscher Conrad Gesner beschrieb in seinem 1555
erschienen
Vogelbuch Historia animalium „schneeweisse Wollhühner“ und es
scheint bewiesen,
das im 16. Jahrhundert mit zuverlässiger Aussage europäische,
seidenfiedrige
Hühner bekannt sind. Johann
Matthäus Bechstein (1757-1822) erwähnt schlüssig das
Vorkommen von
Seidenhühnern in Holland, Westfalen und dem heutigen Bourgogne.
Gesner und
Bechstein sind so letztendlich jene Schriftsteller, die das
Seidengefieder
plausibel auf dem europäischen Kontinent dokumentiert haben vor
200 bis
höchstens 400 Jahren. Und so sind
heute vor allem 3 Theorien, wie die Seidenfiedrigkeit entstehen konnte
verbreitet. Eine Theorie geht davon aus, dass die Seidenfiedrigkeit
ihren Ursprung
in einer Wildhuhnart aus dem Himalaja und der Mongolie hat, die vor
4000 Jahren
domestiziert worden war. Andere
Wissenschaftler gehen davon aus, dass es sich um eine Verlustmutation
handelt,
ähnlich wie beim Vogelstrauss. Eine weitere
These geht davon aus, dass es ein aviatistischer Vorgang sei, was eine
Rückentwicklung einer früheren Stufe auf
dem Weg vom Reptil zum flugunfähigen Vogel bedeuten würde. |